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Aus der Chronik des Ortsvereins Seligenstadt | |
KOMMUNALPOLITISCHE VERÄNDERUNGEN In der Periode bis 1956 wurde der Grundstein für die zukünftige Stadterweiterung gelegt. Zuvor fanden aber noch die Wahlen zum 2. Deutschen Bundestag am 6. September 1953 und zum 3. Landtag am 28. November 1954 statt. Seligenstadt schnitt folgendermaßen dabei ab: Bundestag
Nicht unerwähnt soll bleiben, dass am 29. April 1952 der tolerante und offene Partner im Wiederaufbau der Stadt, der CDU-Bürgermeister vergangener Jahre, Karl Nover, verstarb. In dieser Periode (1952-1956) wurde noch ein weiterer entscheidender Beschluß gefaßt: die Trägerschaft des Einhard-Gymnasiums wurde dem Kreis Offenbach übertragen. Das war nach dem damaligen Schulverwaltungsgesetz möglich. Die besondere Konstruktion dieser Schule (Mitsprache des Bistums Mainz) ließ für die CDU nicht zu, diesem Beschluß über die zukünftige Trägerschaftsfrage zuzustimmen. Die Einsicht aber, dass Seligenstadt unmöglich in der Lage gewesen wäre eine neue Schule zu bauen, veranlaßte sie zur Stimmenenthaltung. Der Beschluß wurde also nur mit den 9 Stimmen der SPD-Fraktion gefaßt und die Trägerschaft für das Gymnasium damit dem Kreis Offenbach übertragen. Am 19. Januar 1955 wird Georg August Zinn wieder zum hessischen
Ministerpräsidenten gewählt. Der SPD/BHE-Koalition gehören seitens der SPD
unter anderem an: Zehn Jahre nach Kriegsende hat die SPD 589 051, darunter 114 829 weibliche, Mitglieder in 7 096 Ortsvereinen der Bundesrepublik und 167 des Saargebietes. Am 28. Oktober 1956 fanden die Gemeinderats- und die 4. Kreistagswahlen
statt. Alle Parteien schlossen sich zu einer Einheitsliste zusammen, um die
Mehrheit der Sozialdemokraten zu brechen. Leider wurde dieser Wahlkampf auch
in die privat-persönliche Sphäre einiger Funktionsträger der SPD getragen.
Es nutzte dem politischen Gegner aber sehr wenig, denn die SPD errang nicht
nur wieder 9 Sitze, sondern wurde auch stärkste Partei. Sie hatte mehr
Stimmen als alle anderen Parteien zusammen und es fehlten ihr nur 41, um
einen zehnten Kandidaten in das Seligenstädter Parlament zu bringen. Die
Bevölkerung honorierte also ihre Arbeit und ließ sich vom unsauberen
Wahlkampf der Christdemokraten nicht beeinflussen. Das Ergebnis lautet wie
folgt:
Die Zahl der Mitglieder in der SPD hatte sich inzwischen auf rund 90 erhöht. Am 23. November 1956 konstituierte sich die neue Stadtverordnetenversammlung. Für die SPD waren dies: Christian Böres Peter Heindel Leo Natale In dieser Zeit verstärkt die SPD ihre Bemühungen, Bauerwartungsland in die Stadt zu integrieren und Baulandumlegungen durchzuführen. Diese Aktivitäten waren allerdings schon in der vergangenen Legislaturperiode begonnen worden und sollten sich nun vervollständigen. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch das Bauqebiet zwischen Gisela- und Einhardstraße, Jahn- und Querstraße, erschlossen. Somit veränderte die Stadt ihr Gesamtbild enorm. Auch die Matthias-Grünewald-Schule wurde fertiggestellt, deren Grundsteinlegung 1953 vollzogen worden war. Einen großartigen Erfolg verbuchte die SPD am 25. Mai 1957: Fritz Beike wurde erneut für weitere sechs Jahre zum Bürgermeister der Stadt gewählt. Seine Amtsperiode wäre am 31. August abgelaufen. Am 1. Juni 1957, nach der 8. Sitzung in dieser Legislaturperiode, trat der gesamte Magistrat zurück. Ursache war eine interfraktionelle Abmachung im Hinblick auf die vollzogene Bürgermeisterwahl vom 25. Mai. Folglich trat auch Gerhard Flämig als Stadtverordnetenvorsteher zurück. Sein Nachfolger wurde nun Willi Brehm (CDU), dessen Stellvertreter Karl-Heinz Spitznagel (SPD). In den neuen Magistrat zogen Fritz Sommer und Willi Krispien für die Sozialdemokraten ein, die diese Funktion auch schon in letzter Zeit inne hatten. Gerhard Flämig ging nach Groß-Auheim und wurde dort zum Bürgermeister gewählt. Im Juli 1957 wurde Christian Böres Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses anstelle von Gerhard Flämig. Böres erfüllte diese Aufgabe bis 1977. Unter SPD-Regie hat die Stadt schon im Februar dieses Jahres dem Kreis Offenbach ein Grundstück für die neu zu errichtende Einhard-Schule übereignet. Ferner wurde die Bahnhofstraße umgestaltet und das Haus Friedmann als Erweiterungsbau für das Rathaus angekauft. Der Klostergarten wurde neu angelegt und der Bau der Kläranlage beschlossen. Der Beschluß über den Ankauf von mehr Bauerwartungsland war allerdings folgenschwer: das gesamte, in städtischem Besitz befindliche, Gelände wurde in die Bauland-Umlegung eingebracht. Dadurch konnte für die Dauer der Umlegung über keinen einzigen Bauplatz mehr verfügt werden. |