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Aus der Chronik des Ortsvereins Seligenstadt | |
DER
UNTERGANG DER DEMOKRATIE Auch für Seligenstadts Sozialdemokraten bedeuteten Hitlers Gesetze das Ende einer ruhmreichen, aufopferungsvollen und langjährigen Arbeit. Der Partei (aber auch dem Zentrum) muß abschließend bescheinigt werden, dass sie nicht wie hunderttausende im Reich zur NSDAP „übertraten". Arbeiten konnte die Ortsgruppe aber nicht mehr, denn auch für sie galt das Gesetz vom 14. Juli 1933: „Wer es unternimmt, den organisatorischen Zusammenhalt einer anderen Partei aufrechtzuerhalten und eine neue politische Partei zu gründen, wird ...... mit Zuchthaus bis zu drei Jahren oder mit Gefängnis von sechs Monaten bis zu drei Jahren bestraft". Nach dem Verbot der SPD am 22. Juni 1933 veröffentlichte der
Emigrationsvorstand am 28. Januar 1934 in Prag eine programmatische
Erklärung: „Kampf und Ziel des revolutionären Sozialismus" (Prager
Manifest). Wolle man das Schlimmste verhindern, müsse Hitler gestürzt
werden. Zum Mord an Röhm, Strasser, Schleicher und anderen (Röhm-Affäre) am
30. Juni 1934 schrieben die „Deutschland-Berichte" unter anderem: Nach dem Tode Paul von Hindenburgs am 2. August 1934 vereinigte Hitler nun in seiner Person die Ämter des Reichspräsidenten und Reichskanzlers. Am 16. März 1935 proklamierte die Reichsregierung die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Eine Woche später schreibt dazu der „Neue Vorwärts" aus Prag: „Am Ende dieses Weges steht der Krieg". Unter Bruch des Versailler Vertrages und des Locarnopaktes besetzten deutsche Truppen am 7. März 1936 die entmilitarisierte Zone des Rheinlandes. Noch am selben Tag wird der Locarnopakt gekündigt. Die Vorboten des Krieges kamen immer näher, denn am 12. und 13. März 1938 besetzten deutsche Truppen Österreich und integrierten es ins Reich. Im Mai bzw. im Juni 1938 übersiedelte der Emigrationsvorstand der SPD von Prag nach Paris. Am 20. September des gleichen Jahres wird das Münchener Abkommen unterzeichnet. Es legt fest, dass das Sudetengebiet Deutschland angegliedert und in der Zeit vom 1. bis 10. Oktober von deutschen Truppen besetzt wird. Noch näher rückte dann der Weltbrand, als Göbbels am 9. November 1938 die vorbereiteten Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung in die Tat umsetzen ließ und die „Kristallnacht" anzettelte. Am 1. September 1939 war es dann schließlich soweit: Mit dem Einfall deutscher Truppen in Polen begann der Zweite Weltkrieg. Wie er verlief und schließlich endete, braucht hier nicht beschrieben zu werden. |